Wie man mit der eigenen Bank einen besseren Wechselkurs verhandelt
Praktischer Leitfaden für Finanzteams, um mit ihrer Bank wettbewerbsfähigere Wechselkurse zu verhandeln, inklusive dem, was vor dem Gespräch vorzubereiten ist.
Viele Unternehmen akzeptieren einfach den Kurs, den ihre Bank für Fremdwährungsgeschäfte anbietet, ohne ihn je ernsthaft zu verhandeln. Bei kleinem Volumen ist das nachvollziehbar – aber mit wachsendem Devisenvolumen eines Unternehmens kann der von der Bank angewendete Aufschlag mit der Zeit zu einer erheblichen versteckten Kostenposition werden.
Was tatsächlich verhandelbar ist
Es ist wichtig zu verstehen, dass normalerweise nicht „der Kurs an sich" verhandelt wird – verhandelt wird der Aufschlag (Spread), den die Bank auf den Referenzmarktkurs anwendet.
Was man vor der Verhandlung vorbereiten sollte
Historische Volumendaten
Vor der Kontaktaufnahme mit der Bank sollte das Devisenvolumen des Unternehmens der letzten Monate oder Jahre zusammengestellt werden – konkrete Zahlen sind das stärkste Argument in jedem Gespräch.
Vergleiche mit anderen Anbietern
Eine Vorstellung davon zu haben, welchen Aufschlag andere Devisenanbieter bieten, verschafft echte Verhandlungsmacht, denn damit lässt sich die eigene Position mit konkreten Zahlen belegen, statt nur allgemein um einen besseren Kurs zu bitten.
Prognosen zum künftigen Volumen
Erwartet das Unternehmen ein wachsendes Devisenvolumen, kann das Teilen dieser Prognose mit der Bank die Verhandlungsposition stärken, da die Bank ein Interesse daran hat, wachsende Kunden zu halten.
Wie das Volumen die Verhandlungsmacht beeinflusst
| Jährliches Volumenniveau (beispielhaft) | Typische Verhandlungsmacht |
|---|---|
| Niedrig, sporadische Transaktionen | Begrenzt |
| Mittel, regelmäßige Transaktionen | Recht gut |
| Hoch, regelmäßige und große Transaktionen | Stark |
Ein praktisches Beispiel
Ein Fertigungsunternehmen, das Komponenten aus China in US-Dollar importiert, hatte seinen Aufschlag mit der Bank noch nie verhandelt. Nach der Zusammenstellung von sechs Monaten Volumendaten und dem Vergleich mit indikativen Angeboten anderer Devisenanbieter bat das Unternehmen die Bank mit konkreten Daten um eine Überprüfung des Aufschlags – und erhielt eine spürbare Verbesserung.
Häufige Fehler, die man vermeiden sollte
Nie danach fragen. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass der von der Bank angebotene Kurs endgültig ist, obwohl er in der Praxis oft ein Ausgangspunkt für ein Gespräch ist.
Ohne Vergleichsdaten verhandeln. Ohne konkrete Zahlen von anderen Anbietern fehlt der Verhandlung die Grundlage, um zu erkennen, ob der aktuelle Aufschlag wirklich wettbewerbsfähig ist.
Nur die Gesamtkosten ignorieren, statt allein den Aufschlag zu betrachten. Ein niedrigerer Aufschlag nützt wenig, wenn er durch höhere Gebühren an anderer Stelle ausgeglichen wird – die Gesamtkosten sollten immer die Grundlage des Vergleichs sein.
Häufig gestellte Fragen
Verhandeln alle Banken ihren Devisenaufschlag? Nicht alle Banken haben dieselbe Flexibilität – das hängt von der internen Politik der Bank und der Bedeutung des jeweiligen Kunden ab.
Braucht man ein eigenes Treasury-Team, um den Devisenaufschlag zu verhandeln? Nicht immer – auch ein Finanzleiter mit den richtigen Volumendaten und Vergleichsangeboten kann dieses Gespräch führen.
Wie oft lohnt es sich, neu zu verhandeln? Es gibt keine feste Regel, aber eine jährliche Überprüfung oder eine Überprüfung bei einer wesentlichen Veränderung des Volumens ist ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Fazit
Einen Wechselkurs mit der Bank zu verhandeln, ist kein komplizierter Prozess, erfordert aber Vorbereitung: historische Volumendaten, Vergleiche mit anderen Anbietern, und das Verständnis, dass der Aufschlag keine völlig feste Zahl ist.
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